ANNO LAUTEN

Schöner, gesünder & effektiver Lauten
Ein Leben für die Stimme. Mit 14 Jahren entdeckte Lauten seine Faszination für die Stimme und verfolgt seitdem konsequent den Weg der Erforschung, Entwicklung und Lehre. In unzähligen Vorträgen, Seminaren und Einzelcoachings hat er in den vergangenen 28 Jahren tausenden von Menschen Möglichkeiten aufgezeigt, wirksamer, freudiger und erfolgreicher mit ihrer Stimme zu agieren. Profitieren auch Sie von einem Experten, der mit Stimme und Körper, Herz und Verstand unsere wichtigsten Kommunikationsmittel veredelt: Stimme & Körpersprache.

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„Schon vor­bei geschwom­men“ – vom rich­ti­gen Tem­po

„Schon vor­bei geschwom­men“ – vom rich­ti­gen Tem­po

„Das muss wie aus der Pis­to­le geschos­sen kom­men!“ In der Schu­le ler­nen wir bereits gut zu funk­tio­nie­ren. Auf Knopf­druck gefor­der­te Ergeb­nis­se aus­zu­spu­cken. Zack­zack, schnell­schnell – „wie aus der Pis­to­le geschos­sen“. Ken­nen Sie das? Aus eige­ner Erfah­rung? Aus der Leh­re­rin­nen- oder Schü­le­rin­nen-Per­spek­ti­ve? Von Ihren Kin­dern?

Einer­seits macht es Sinn, bestimm­te Din­ge, z.B. Kopf­rech­nen, so zu trai­nie­ren, dass wir nicht jedes Mal aktiv rech­nen müs­sen, son­dern die im Hirn gespei­cher­ten Ergeb­nis­se ein­fach abru­fen kön­nen. Ande­rer­seits ver­ler­nen wir, uns die Zeit zuzu­ge­ste­hen, die wir brau­chen, um gut zu sein. Um ande­re Lösungs­we­ge zu fin­den, als die rou­ti­nier­ten Pfa­de. Um krea­tiv mit einer Pro­blem­stel­lung umzu­ge­hen. Da blo­ckie­ren all­zu häu­fig die Erwar­tungs­hal­tung und das antrai­nier­te maschi­nel­le Funk­tio­nie­ren unse­re Kom­pe­ten­zen. Die Fol­ge ist, das wir uns sel­ber unter Druck set­zen und uns abwer­ten, weil uns nichts Neu­es ein­fal­len will.

Wo ist die Inspi­ra­ti­on? Der Ein­fall? Der tie­fe Ein­a­tem? Ja, Inspi­ra­ti­on bedeu­tet zugleich der Ein­fall eines neu­en Gedan­ken und das Ein­strö­men des Atems. Stress jedoch ver­hin­dert das tie­fe, gelas­se­ne Ein­at­men, wodurch das freie Den­ken blo­ckiert wird.

Oh, wie schön ist Pana­ma

„Schon vor­bei geschwom­men“ ist ein Zitat aus Janosch´s Kin­der­buch Oh, wie schön ist Pana­ma. Mehr­fach schwimmt im Fluss eine Fla­schen­post, auf wel­che der Erzäh­ler die bei­den Prot­ago­nis­ten, den klei­nen Bär und den klei­nen Tiger, hin­weist. Viel­leicht sei ja eine Schatz­kar­te dar­in. Doch Bär und Tiger las­sen sie jeweils unbe­ach­tet, was der Erzäh­ler leicht tadelnd mit „schon vor­bei geschwom­men“ kom­men­tiert.

Was sagt uns die­se klei­ne Epi­so­de? Wenn man schnell ist und die Chan­ce ergreift, kann man man­ches Schnäpp­chen machen. Wenn man es aber ein­fach pas­sie­ren lässt und den Fokus auf etwas legt, was einem wich­ti­ger ist, so übt man Gelas­sen­heit.

Ohren­fäl­lig

„Ich den­ke halt schnel­ler, als ich spre­chen kann“ ist eine Aus­sa­ge vie­ler schnell Spre­chen­der. Argu­men­te wie „Ich habe so viel zu sagen“ und „die Zeit ist so knapp“ sind wohl­feil. Argu­men­te, um uns sel­ber unter Zeit­druck zu set­zen und das schnel­le Spre­chen zu recht­fer­ti­gen oder zumin­dest zu erklä­ren.

Wenn wir uns im Den­ken wen­den von „was ich als Spre­cher sagen will“ zu „wie ich als Hörer hören will“, wenn wir uns also nicht spre­chend son­dern hörend wahr­neh­men, so wird das sinn­vol­le, gehirn­ge­rech­te pau­sie­ren ohren­fäl­lig.

Das (hohe) Sprechtem­po ist nie das Pro­blem. Das eigent­li­che Pro­blem sind die feh­len­den Sprech­pau­sen! Micro-Pau­sen, wel­che das tie­fe Atmen ermög­li­chen und den Inhalt für die Hören­den struk­tu­rie­ren. Und um aus­rei­chend vie­le Micro-Pau­sen zu machen, müs­sen wir uns zunächst sel­ber wahr­neh­men und erlau­ben, uns die­se Zeit zu gön­nen. Ja, tat­säch­lich geneh­mi­gen wir uns häu­fig nicht die Zeit, um zu atmen – und set­zen damit natür­lich auch unse­re Mit­men­schen unter Stress. Her­aus kommt eine Text­pam­pe, ein Rede­schwall, der mit ziel­füh­ren­der Kom­mu­ni­ka­ti­on wenig zu tun hat.

Es gibt Men­schen, die sind schnel­ler, ande­re lang­sa­mer. Schnell ist nicht bes­ser oder schlech­ter. Jeder Mensch hat zudem Schwan­kun­gen durch die Tages­ver­fas­sung und wech­seln­de Anfor­de­run­gen und Belas­tun­gen. Kein Mensch funk­tio­niert wie eine Maschi­ne immer im glei­chen Tem­po. So kann und darf auch das Sprechtem­po wech­seln. Man kann es ohne­hin nicht allen recht machen – außer sich selbst.

Also: Neh­men Sie Ihr indi­vi­du­el­les Tem­po wahr und gön­nen Sie sich und Ihren Zuhö­ren­den Micro-Pau­sen!